Das Positive in Haft ist, dass man an sich selber etwas verändern kann.

Reso-Klaus

Ich saß 2001 zum ersten Mal in Haft, da war ich 16 Jahre alt. Seit dem sitze ich immer wieder, meist in Chemnitz ein. Ich habe sozusagen, all meine Entwicklungen hinter kalten Mauern gemacht. Aber nicht alles ist schlecht. Ohne die Haft hätte ich vermutlich immer noch keinen Schulabschluss & hätte niemals so eine Umwandlung machen können.

Zahnfee

Man mag es kaum glauben, aber ja, die Haft hat auch etwas Positives. Ich habe hier gelernt mit Hilfe von Therapien, selbst mehr wahrzunehmen, mein Verhalten zu reflektieren, generell zu reflektieren. Ich schätze viel mehr und gebe meinem Sein viel mehr Raum. Auch wenn es noch nicht ganz so gut klappt, so kann ich endlich „Nein“ sagen. Ich habe meine Sicht auf gewisse Dinge geweitert und kann über den Tellerrand schauen. Mein Selbstbewusstsein ist noch stärker als vorher. Freiheit, Familie und Freundschaft haben einen noch stärkeren Stellenwert als vorher. Ich lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster, aber ich weiß, was der Sinn meines Lebens ist.

A-Team 9

Ich habe viel über mich gelernt und weiß jetzt, was ich will! Durch Therapie/Gespräche habe ich viel aufgearbeitet und weiß, was und wer mir wichtig ist. Ich gehe gestärkt aus dieser Zeit raus und lasse die schlechten Dinge hinter mir. Der Verzicht auf Materielles tut gut und man hat den Kopf wieder frei und hat wieder Zeit für andere Dinge. Man lernt Menschen noch mal von einer anderen Seite kennen und stellt fest, wer und was wichtig für einen ist. Ich weiß jetzt, wer an meiner Seite steht und auf wen ich getrost verzichten kann.

A-Team 7

Ja, meine Haftzeit hat positive Seiten. Ich habe Seiten an mir erkannt, die ich sonst wohl nie erkannt hätte. Ich bin musikalisch und kann malen und bin in der Lage mich neu zu entdecken und von allem Übel zu befreien.

Nitram

Ja hat sie, da ich während meiner Haftzeit eine Ausbildung zum Baumaschinenführer absolviert habe. Somit habe ich nach meiner Entlassung einen guten Startpunkt um mich wieder in die Gesellschaft einzugliedern.

Blech-Bastel-Biber

Ja, sehr viele sogar! Ich denke, ohne meine Inhaftierung wäre ich nicht mehr von den Drogen weggekommen. Zudem hatte ich mich dadurch auch zu einem Menschen entwickelt mit sehr schlimmen und bösartigen Charakterzügen. Erst hier, durch einen langfristigen und dauerhaften Entzug, durch Freunde und mit viel Zeit wurde mir eine Art Spiegel vorgesetzt, weswegen ich mich zu dem Menschen entwickeln konnte, der ich jetzt bin. Ich konnte über Dinge aus der Vergangenheit sprechen, diese be- und verarbeiten, was mir erst ermöglichte, mich selbst wieder ein Stück zu mögen. Das alles war und ist auch noch ein langer Prozess, aber ich weiß jetzt, wie ich nie wieder sein will und das stimmt mich positiv auf die Zukunft, meine Entwicklung von damals zu heute.

A-Team 8